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Kirche RuedKirche Rued

Vom ersten Kirchlein zur heutigen Talkirche

Die Ausgrabungen von 1953 haben nachgewiesen, dass seit über tausend Jahren durchgehend an dieser Stelle ein Kirchlein steht. Innerhalb der heutigen Kirche wurden die Umfassungsmauern einer wesentlich kleineren, noch vorromanischen Anlage mit halbrunder Apsis im Osten gefunden. Dieses Kirchlein hat vermutlich eine Kapelle auf dem Burghübel abgelöst.

Was gibt es zu sehen?

Von aussen scheint der nach Osten in die Talmulde gestellte Bau mit seinem durchgezogenen Satteldach und dem zierlichen, spitzbehelmten Dachreiter wie eine grosse Kapelle. Sie steht innerhalb des alten Kirchhofes, der heute noch als Friedhof genutzt wird.

Wer die Kirche betritt, dem fällt der aus Sandstein gehauene Taufstein ins Auge. Er stammt aus der Zeit des gotischen Neubaus und ist einer der ältesten Taufsteine in unserem Kanton. Knapp hundert Jahre jünger ist das Chorgestühl, die sogenannten „Göttistüel“.

Zur Geburt seines Sohnes Carl Friedrich Albert stiftete sein Vater, Carl Friedrich Rudolf May, 1792 die Kanzel. Sie ist typisch barock. Ein schmaler Treppenaufgang mit durchbrochener klassizistischer Brüstung, sowie einem schmalen, reich profilierten Korb samt dem dazugehörigen Schalldeckel.

Im Chorraum können auch die prachtvollen Kabinettscheiben der Renaissance und des Barock an den Fenstern bestaunt werden.

Im 11./12. Jahrhundert wurde die romanische Kirche errichtet, die heute noch teilweise zu erkennen ist. Beim dritten, nunmehr gotischen Neubau um 1500 wurde die Südwand neu aufgeführt. Damit hatte die Kirche ihre heutigen Ausmasse erreicht. Die klaren Proportionen des ausgewogenen Baukörpers lassen die mittelalterliche Baukunst erkennen, die mit einfachen geometrischen Formen gestaltete. In den folgenden Jahrhunderten erfolgten lediglich noch Ausbrüche für grössere Fenster, die Erneuerung des Dachreiters, neue Eingänge und eine teilweise Neuausstattung des Innern.

Mehrere Grabmäler erinnern an die einstigen Schloss- und Patronatsherren von Rued, denen unsere Kirche als Begräbnisstätte gedient hat. Die wappengeschmückte gotische Relief-Grabplatte der 1360 gestorbenen Margaretha von Reinach an der nördlichen Schiffswand, der Renaissance-Grabstein des Georg von May (?1584) mit üppiger Wappenzier an der nördlichen Chorwand, sowie die Spätbarock gemeisselte Grabinschrift der Magdalena von May, gestorben 1733, an der südlichen Chorwand. Unterhalb der Sonnenuhr an der Südwand findet sich die wortreiche Grabinschrift des Rueder Pfarrherren Johann Leonhard Vögelin, der hier 1685 starb.

Wo gibt es weitere Auskunft?

In der Kirche liegt eine umfassende Informationsbroschüre auf. Wer eine Besichtigung wünscht, kann dies jederzeit tun. Die Kirche ist offen von 8.00 bis 19.00, in den Wintermonaten bis ca. 17.00 Uhr.